
Eigentlich haderte ich lange mit mir selber, ob ich mir den Flug wirklich geben wollte. Zumal er effektiv für 94€ für gerade mal ca. 20 Minuten Flugzeit (wenn es gut läuft) schon recht teuer ist. Dazu eben nur unter der Woche und dann auch noch knappe 370km Anreise. Sprich, wie so oft in unserem Hobby spricht mehr dagegen als dafür.
-Hohe Kosten,... egal.
-Hoher Aufwand, verbunden mit viel Stress (Spätschichtwoche, sprich nur 3h Schlaf und gleich danach wieder arbeiten),...egal.
-Kein effektiver Nutzen,...egal.
Alles Punkte die unser Hobby zudem machen was es ist... zwei neue Destinationen und so oder so eine neue Airline zum Abhaken, in diesem Fall Helvetic. Da der E145 noch auf sich warten lässt (Denim hat Wartungsprobleme) und der E170 welcher auf der Wien Route rotiert.
Ein weiterer Ausschlag gab dann aber noch Colin und Markus, die auf dem Rückflug auch an Bord waren.
So stand ich also um 3 Uhr in der Früh' auf und fuhr vom Gäu an den Bodensee nach St. Gallen an den Airport Altenrhein (fertigt ca. 105.000 Pax pro Jahr ab).
Das Auto für insgesamt 7€ für 5 Stunden direkt vor dem Terminal geparkt und ab ins Innere.
Schnell noch eine Bordkarte als Andenken ausgedruckt und ab in das Cafe, eine Tasse Kaffe und zwei Mini-Coissaints für 7,50€... willkomen in der Schweiz.

Dann wurden die ganzen vier Passagiere auch schon ausgerufen. Während die Embraer 190 bereits enteist wurde, ging die Sicherheitskontrolle auch zügig vonstatten. Alles hier eine ganze Nummer kleiner und überschaubarer. Von 112 Sitzplätze waren 4 besetzt. Also eine Auslastung von 4,48% nach EDNY. Läuft. Zugewiesene Plätze zwar erhalten doch konnte man sich ja den Platz aussuchen. Gepäck gab niemand auf.

Noch schnell gefragt und der Cockpitbesuch und Shot wurde freundlich genehmigt. Auch das Erfragen nach einer Safety-Karte brachte ein positives Ergebnis.



Schnell Platz genommen und schon ging es los. Kurzes Backtrack auf der Piste und ab ging die Post. Letztendlich führte das Eindrehen auf den LOC für die Piste 24 dazu, das der Flug fast 12 Minuten dauerte, ausbaufähig:-)


Wer genau hinschaut erkennt Zugspitze, Hochvogel und die Insel Lindau.
Trotz Nebel gab es eine sanfte Landung. Schnell wurde die Kiste neben die CRJ-900 der CLH D-ACNO geparkt und ich wurde "rausgeschmissen" als einziger Aussteiger auf der Route. Was an Passagieren von FDH nach CGN hab ich leider nicht sehen können.


Nun musste ich zur Ankunft marschieren. Witzig so alleine über das ganze Vorfeld nach Hinten. Man fühlte sich wie aus dem Privatjet gepellt. In der Gepäckausgabe sowie im Terminal fast alles verwaist. So ähnlich wie bei "The walking Dead".


Ich schwang meinen Hintern jedoch gleich auf die Terasse. Puh, offen! Also noch schnell beide Movements mitgenommen auch wenn es noch zu früh war (07:10).


Danach ging es zur Lektüre und Kaffee zur Cafe'-Bar mitten im Terminal. Wo ich ausharrte, bis die anderen Jungs ankamen.

Inzwischen füllte sich auch das Terminal. Teneriffa, Frankfurt und Altenrhein waren die nächsten Ziele. Ein Schalter wurde für unseren Flug geöffnet. Schnell die obligatorische Bordkarte abgestaubt und ab Richtung Sicherheitskontrolle. Hier war schon mehr geboten, für eben auch mehr Passagiere... . Dann oh Wunder, ein Travel Value Shop und sogar eine der größeren Sorte. Ich war positiv überrascht zumal es auch Modellflugzeuge gab. Und, wäre ich Raucher oder Alkoholkonsument, hätte ich auch zollfrei einkaufen können, da der Flug in die Schweiz führte und somit raus aus der EU. Witzig. Der große Wartesaal war ordentlich frequentiert und unsere Flugaktion erntete schmunzelnde Gesichter, bei all jenen die mitbekommen hatten wohin wir fliegen würden.


Schnell geboardet und dann ging es auch schon auf der 24 raus. Durch die Wolken und man konnte den Säntis sehen, ehe der Flieger auch schon wieder in den Anflug ging um nach dem Manövrieren durch den Nebel (CAT II) etwas härter aufzusetzen als zuvor in FDH.



Da das Vorfeld überschaubar ist, waren wir schnell on Blocks und schnell draussen. Das Gruppenbild bildete den Abschluss.




Mein Fazit: Zwei Flüge pur, ohne Bordservice, ohne Unterhaltung und ohne nervende andere Passagiere. Quasi fast ein Privatflugzeug für einen selbst. Auf jeden Fall ein Erlebnis, auch wenn ich es eigentlich klima- und umwelttechnisch nicht befürworte, so war das Interesse in dem Moment einfach stärker. Eben unser Hobby und wir haben nun mal Kerosin im Blut
Danke fürs Lesen und für Fragen einfach keine Scheu... Danke noch an die anderen Jungs (hab die Namen bis auf Colin und Markus) noch nicht so drauf, war klasse mit euch... gerne wieder.


