Nach 9 Tagen Seattle ging es noch weiter hoch in den Norden der USA, nämlich nach Alaska. Flüge nach Anchorage gibt es ab Seattle ohne Ende, ich glaube jede halbe Stunde fliegt Alaska Airlines in die größte Stadt Alaskas. Seattle liegt ja schon relativ weit nördlich und so könnte man meinen, nach Anchorage ist es nicht mehr weit – aber die Strecke ist vergleichbar mit Stuttgart – Kanaren, also ca. 3,5 Flugstunden sind die beiden Städte auseinander.
Terminal in SEA:


Abflug über die Stadt:

Hier noch ein Video vom Start in SEA:
Man hört ja immer wieder, dass der Service bei amerikanischen Fluggesellschaften so schlecht sein soll, daher habe ich mich darauf eingestellt, dass es bei Alaska Airlines alles nur gegen Bezahlung geben wird. Aber ich muss sagen von dieser Airline war ich echt positiv überrascht. Getränke gab es so viel man wollte umsonst, dazu jeweils eine Kleinigkeit zum Knabbern. Wir hatten noch das Glück, dass uns die Gepäckgebühren noch nicht betroffen haben, wir haben noch rechtzeitig gebucht. Mittlerweile aber muss für jedes aufgegebene Gepäckstück gezahlt werden.
Kabine der N559AS, einer 737-800:

Anflug auf Anchorage:

Video von der Landung in ANC:


Alaska ist relativ teuer im Vergleich zum Rest der USA. Die Hotelpreise sind wirklich fast schon unverschämt.
Daher haben wir unseren Aufenthalt dort oben auf 3,5 Tage beschränkt – was auch reicht, denn es ist im Mai abends sehr lang hell und man kann die Tage richtig ausnutzen. Über Google Earth haben wir dann eine kleine Pension mit 4 Gästezimmern am Lake Hood gefunden. Preislich auch mit das günstigste, was wir gesehen haben.
Der Besitzer dieser Pension ist selber Pilot und hat sein Flugzeug im Garten mit Zugang zum See stationiert.




Auch innen ist das Haus passend für Flugzeug-Fans ausgestattet:




Lake Hood ist die größte Seaplane Base der Welt, viele Privatpersonen haben hier ihr Wasserflugzeug stationiert, aber es gibt auch einige kommerzielle Anbieter, die Flüge für Sightseeing, Bear Watching usw. anbieten.













An zweiten Tag wollten wir ein bisschen was von der Landschaft und Tierwelt Alaskas sehen und wir haben einen 6 stündigen Ausflug mit dem Schiff zum Kenai Fjords Nationalpark gebucht. Dazu mussten wir erstmal von Anchorage nach Seward fahren – auf der Karte sieht das ganze nicht weit aus, aber das sind auch gleich mal 2 Stunden mit dem Auto.






Seward ist eine schöne kleine Hafenstadt. Um 11.00h gings dann mit dem Katamaran hinaus auf den Pazifik.





Zuerst ging es an der Küste entlang, wo wir nach Bergziegen und Bären Ausschau gehalten haben – und fündig geworden sind.







Als nächstes sollte es zu einem „kalbenden“ Gletscher gehen. Dazu mussten wir erst noch den offenen Ozean überqueren, die Ansage der Crew, dass bitte jeder ins Innere des Schiffs kommen und sich einen Sitzplatz suchen soll, deutete schon darauf hin, dass es etwas unruhig werden könnte. Dass es aber so schlimm wird, hätte ich nicht gedacht: sämtliche bis dahin erlebte Turbulenzen in einem Flugzeug waren harmlos: das Boot schanzte über die Wellen, schlug auf dem Wasser wieder auf – Getränke auf den Tischen flogen durch die Luft, einige Passagiere mussten sich übergeben. Ich hatte wirklich Angst, das Boot könnte kippen. Aber nach 5-10 Minuten war es auch schon wieder vorbei und wir kamen an einigen Orcas vorbei.




Weiter ging es zu einem Gletscher, der bis ins Meer reicht und alle paar Minuten Eis abbricht.







Auf dem Rückweg nach Seward haben wir noch Seelöwen, Adler und alle möglichen Arten von Wasservögeln gesehen.













Während unseres Aufenthalts in Alaska war es für dort relativ warm mit Temperaturen um die 20 bis 25 Grad. Die warmen Temperaturen sorgen auch dafür, dass sich die Schnaken am Wasser und in den Wäldern sehr wohl fühlen und beim Spotten wird man an einigen Positionen regelrecht von den Schwärmen überfallen.


Direkt neben Lake Hood befindet sich der internationale Flughafen von Anchorage. Den größten Teil des Flugverkehrs machen natürlich die Frachtmaschinen aus, die Anchorage zum Tankstopp nutzen.



















Daneben auch diverse amerikanische Airlines und natürlich im Sommer Condor aus Frankfurt.








Daneben gibt es dort oben zahlreiche kleinere und größere Frachtairlines, welche hauptsächlich die kleineren Airports in Alaska bedienen:
















Da Anchorage auch einen militärischen Bereich hat, gibt es auch etwas Mil-Traffic:



Rund um den Flughafen stehen diese Warnschilder:

Wir haben auch mehrmals Elche dort gesehen:


Von Anchorage aus fliegen auch einige kleinere Airlines zu den größeren Städten im Hinterland:












Für die Mineralölfirmen BP und Conoco Philips fliegen diese beiden 737-200:


Am letzten Tag hatten wir die Möglichkeit eine Besichtigung bei Northern Air Cargo zu machen. Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an Mark für die exklusive Führung.

NAC fliegt innerhalb Alaskas alles, was man sich nur so vorstellen kann. Angefangen von frischen Lebensmitteln über Fernseher, Rasenmäher, Waschmaschinen, Fahrrädern und was man sonst noch so braucht. Northern Air Cargo setzt ausschließlich 737-200 Frachter ein, bis vor 1 Jahr flog auch noch die DC-6. Diese wird in naher Zukunft in das Alaska Aviation Heritage Museum gestellt werden, sobald dort der notwendige Platz verfügbar ist.






Nachdem die 732 entladen war, durften wir uns auch diese Maschine aus der Nähe anschauen:




Die N321DL ist mit einem Gravel Kit ausgestattet, für Landungen auf unbefestigten Pisten.

Zum Schluss habe ich noch ein Video vom Start einer Northern Air Cargo 737-200:
Mit diesem Bild will ich mich dann aus Alaska verabschieden, ich hoffe es hat Euch gefallen.

Nach 3,5 Tagen Alaska ging es für uns dann wieder weiter – es stand ein Nachtflug mit US Airways nach Phoenix an. Der Flug in die Wüste nach Arizona dauert etwa 6 Stunden. Da wir First Class gebucht hatten, bzw. Miles & More nur Prämienflüge in der First anbietet, hatten wir einen sehr entspannten Nachtflug. Gekostet hat uns der Flug lediglich etwas mehr als 1 EUR für die Steuern und Gebühren. Wobei der Service und alles wirklich mehr als schlecht war. Getränke gab es natürlich en masse, aber ansonsten gab es nichts – kein Abendessen, kein Frühstück. Lediglich ein paar Chips. Nicht mal gegen Bezahlung bietet US Airways auf solchen Nachtflügen etwas an. Um 8.20h Ortszeit setzen wir in Phoenix/Arizona auf. Wie es dann weiter ging, gibt es dann im nächsten Teil meines Berichts.



