Es standen weitere 4 Tage Safari auf dem Plan – diesmal sollte es in den Nordwesten Südafrikas gehen, in den Kagalagadi Transfrontier Park. Dieser Nationalpark ist ein grenzüberschreitender Park der Länder Südafrika, Namibia und Botswana und kann über alle diese Länder erreicht werden.
Der nächstgelegene Flughafen ist Upington in der Region Northern Cape und ca. 250km entfernt. Von Johannesburg aus besteht 2x täglich eine Verbindung mit Airlink, eingesetzt wird auch hier ein Embraer 135, bzw. 145.

Der Flug war gut gebucht, es war Montagmorgen und viele Geschäftsleute sind von Johannesburg nach Upington geflogen.


Auf diesem 1,5h langen Flug wurde ein Frühstück serviert:

Hier befinden wir uns bereits im Landeanflug auf Upington, eine sehr trockene Gegend, nur der Oranje River bringt etwas grün in die Landschaft:

Sichtanflug auf den Flughafen von Upington, die längere der beiden Bahnen ist 4900m und kann auf der Südhalbkugel als Landebahn für das Space-Shuttle dienen.

Übrigens, viele der Frachtmaschinen, welche in den Wintermonaten mit Autos beladen von STR aus starten, fliegen nach Upington. Was die dort machen, dazu später mehr.
Angekommen auf dem internationalen Flughafen von Upington.

Viel los war auf dem Airport nicht, wir waren die einzige Maschine dort auf dem Vorfeld. Daher ging es für uns nach der Ankunft direkt weiter in Richtung Kgalagadi Transfrontier Park, die Straße bis dorthin ist gut ausgebaut und seit 2008 auch geteert.

Kurz hinter dem Flughafen sind wir diesem Schild begegnet, es handelt sich bei der Straße auch um eine Teststrecke, auf welcher Fahrzeuge mit Geschwindigkeiten von 250km/h unterwegs sind.
Nur wenige Kilometer später, haben wir diese Kollegen aus der Heimat getroffen und somit erklärt sich auch, was die Jumbos aus STR in Upington machen – die Automobilfirmen testen ihre Autos auf diesen verkehrsarmen Straßen bei den dort herrschenden extremen Temperaturen.
Wer mehr darüber wissen möchte, ich habe folgenden Artikel dazu gefunden: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/vors ... 87193.html

Nach ca. 2 Stunden Fahrt durch Wüstenlandschaft sind wir in der Kagalagadi Lodge in der Nähe des Parkeingangs angekommen. Da die staatlichen Unterkünfte von Sanparks meistens etwas Komfort vermissen lassen, haben wir uns für diese recht neue Lodge entschieden, deren Ausstattung eigentlich nichts vermissen lässt und ca. 5 Autominuten vom Parkeingang entfernt gelegen ist.




Blick auf die einsame Landschaft der Kalahari Wüste:


Die Straßen im Park bestehen nur aus Sand- und Schotterpisten, weshalb man bei der Einfahrt in den Park den Reifendruck verringern muss, ansonsten kann es passieren, dass man stecken bleibt, sobald der Sand etwas tiefer ist.



Wir haben uns auf den südlichen Teil rund um Twee Rivieren beschränkt und außerhalb des Parks übernachtet. Im Nachhinein betrachtet, empfiehlt sich aber doch die Übernachtung innerhalb des Parks in den verschiedenen Camps.
Hier eine Karte des Parks, um einen Eindruck des Parks zu bekommen:
Innerhalb des Parks sind die Grenzverläufe mit Grenzsteinen markiert, so dass man sich im südlichen Teil mal in Botswana und kurze Zeit später wieder in Südafrika befindet.


Da es sich um eine Klimazone mit hohen Temperaturen und nur wenig Niederschlag handelt, sind in diesem Park nicht die „Big 5“ wie im Krüger Nationalpark zu finden, sondern hauptsächlich Antilopen, Raubkatzen und viele kleinere Tiere beheimatet.









Die Entfernungen innerhalb des Parks sind riesig und es stehen verschiedene Unterkünfte zur Verfügung, von denen die meisten aber so abgelegen sind, dass man hierfür einen richtigen Geländewagen braucht, um diese überhaupt zu erreichen.

Im November steigen die Temperaturen tagsüber auf über 45 Grad und es ist unerträglich heiss, somit nicht unbedingt die optimale Jahreszeit für einen Besuch im Park, denn auch die Tiere suchen tagsüber den Schutz unter den Bäumen.








Landschaftlich sowie infrastrukturell ist der Park überhaupt nicht mit dem Krüger Park zu vergleichen. Nur wenige andere Touristen trifft man hier, es gibt eigentlich nur 2 große Straßen, an denen die Wasserlöcher liegen. Zwar gibt es hier so alle 70 km einen uneingezäunten Rastplatz mit Toiletten, aber ansonsten dominiert die Einsamkeit der Kalahari Wüste. Nur die großen Camps bieten einen Shop und eine Tankstelle.

Webervogel Nest, welches ein Raubvogel in seinen Besitz genommen hat:

Kanarienvogel:

Singhabicht:

Schwalbenschwanzspint:


Ein Gaukler (Bateleur) und Savannenadler:

Mata-Mata, das nördlichste Camp und gleichzeitig auch der Grenzübergang zu Namibia.

Bekannt ist der Park vor allem für die vielen Raubkatzen, die hier beheimatet sind und im Gegensatz zum Krüger Nationalpark, wo man normalweise nicht täglich Raubkatzen sieht, haben wir hier jeden Tag Geparden oder Löwen gesehen:


Gut getarnt:





Eine Herde Springböcke auf dem Weg zum Wasserloch. Als sie die Löwen entdeckten, blieben sie erstmal stehen und beobachteten die Situation.


Die Löwen hatten aber andere Dinge im Sinn…


Kiddies, jetzt bitte wegschauen – nicht jugendfreier Inhalt!




Nach 4 Tagen im Nationalpark ging es zurück nach Upington. Wir wunderten uns, woher plötzlich die vielen Deutschen her kommen – auf unserer Maschine nach Johannesburg konnten die alle nicht sein. Der Grund war dieser A319CJ, welcher die Mitarbeiter von Audi nach Ingolstadt-Manching geflogen hat.

Ein paar Futten gab es auch:

Der Rückflug nach JNB erfolgte mit einer Embraer 145, welche früher für LOT geflogen ist, was man im Inneren der Maschine noch gut erkennen konnte.


Ein paar alte MD80 von Alitalia stehen auch noch in Upington:

Einige 727 sind auch noch dort abgestellt:

Schöner Überblick auf den Airport mit seinen 2 Runways:

Abflug über den Oranje River:

Zurück in Johannesburg:

Da unser Rückflug nach Deutschland erst am nächsten Abend erfolgte, verbrachten wir den restlichen Nachmittag noch mit Spotten in JNB:



Die Tage der Donnerschweine sind auch gezählt:








Am nächsten Morgen machten wir uns auf zum Flughafen Rand, denn wir hatten uns für den monatlichen Rundflug mit einer DC-3 von Skyclass Aviation vormerken lassen. Leider haben wir bis zu diesem Tag keine erneute Rückmeldung mehr erhalten, ob der Flug stattfinden wird oder nicht. Also sind wir einfach mal zum Flughafen gefahren, um zu sehen, ob der Flug stattfindet. Aber wie vermutet, gab es an diesem Tag keine Rundflüge – vermutlich mangels Nachfrage.
Also haben wir uns ein bisschen auf dem Flughafen umgesehen:







Das wäre die DC-3 für den Rundflug gewesen:




Im benachbarten Museum war eine Art Familientag, an welchem sehr viele der ausgestellten Maschinen zugänglich gemacht wurden:







Vor dem Abflug nach Frankfurt hatten wir noch etwas Zeit zum Spotten, folgendes kam uns dabei vor die Linse:





Zurück nach Frankfurt ging es dann wie geplant mit der 747-8i, da der erneut angekündigte Streik der Flugbegleiter, welcher uns wieder voll getroffen hätte, doch noch abgesagt wurde.

Zum Schluß gibt es noch zwei Bilder vom Service auf diesem Nachtflug, wirklich erwähnenswert war das aber nicht – eher im Gegenteil:
Abendessen:
Frühstück:
Das soll der Bericht aus Südafrika gewesen sein, ich hoffe, die Bilder haben Euch gefallen.
Vielen Dank für´s Lesen.


